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Borschemich

Von 2007 bis 2017 wurde Borschemich
umgesiedelt und abgerissen

Borschemich war eine zu Erkelenz gehörende Ortschaft die zwischen 2007 und 2017 umgesiedelt worden ist. Mittlerweile ist die alte Ortslage komplett vom Tagebau Garzweiler abgebaggert. Zu Beginn der Umsiedlung haben ca. 645 Einwohner*innen in Borschemich gewohnt, 55% haben an der gemeinsamen Umsiedlung nach Borschemich (neu) teilgenommen.

Prägend für den Ort war die Kirche St. Martinus mit dem gleich nebenan liegendem Park, der „Anlage“.

Auf der anderen Seite der Anlage lag die ehemalige Wasserburg Haus Paland, seit Generationen im Besitz der Familie Lörkens.

Das ehemalige Wasserschloss Haus Paland im November 2014.

Zeitleiste Umsiedlung Borschemich

Standortfindung
Der Prozess der Umsiedlung beginnt mit der Suche nach einem geeigneten Standort für Neu-Borschemich. Die Stadt Erkelenz schlägt vier potenzielle Standorte vor, der Bürgerbeirat einen weiteren. Diese möglichen Standorte werden von der Bevölkerung diskutiert und besichtigt.
Wahl neuer Standort
Im November wird eine Befragung aller Haushalte durchgeführt. Es wurde gefragt, an welchem Standort Neu-Borschemich entstehen soll: Erkelenz-Nord und Kückhoven. Mit 127 zu 119 Stimmen hat der Standort Erkelenz-Nord knapp gewonnen.
Befragung Teilnahme Umsiedlung
In einer zweiten Befragung wird erhoben, wie viele Bewohner mit nach Erkelenz-Nord würden. Diese Befragung ergab eine potenzielle Umsiedlerquote von 81%.
Ausgestaltung des neuen Ortes
In einem mehrjährigen Prozess wird unter Beteiligung der Bevölkerung und eines Planungsbüros der Entwurf für Neu-Borschemich erstellt und mehrmals überarbeitet.
Spatenstich
Im Frühjahr erfolgt der erste Spatenstich für Neu-Borschemich. Als erstes wird die Infrastruktur (Kanäle, Leitungen, Straßen) errichtet, damit im Anschluß Die Bewohner mit ihren Neubauten beginnen können.
Erste Umsiedler
Im Frühjahr beginnen die ersten Umsiedler mit dem Hausbau am neuen Standort. Zu diesem Zeitpunkt sind 20 von 216 Anwesen in Immerath, Pesch und Lützerath an RWE verkauft.
Der Abriss beginnt
Der Abriss von Borschemich beginnt.
Kirche von Borschemich wird profaniert
Im Januar 2014 wird ein letzter Gottesdienst in Borschemich gefeiert.
Baubeginn Kapelle Borschemich (neu)
Im Winter 2013 wird mit dem Bau einer Kapelle als Ersatz für die Kirche in Borschemich (neu) begonnen.
Glocken werden entnommen
Ende 2014 werden Glocken, Kirchenuhren und der Wetterhahn von der alten Kirche genommen, um diese vor der Zerstörung zu bewahren.
St. Martinus wird geweiht
Im Frühjahr öffnet die neue St. Martinus Kapelle in Borschemich (neu).
Kirche wird abgerissen
Ab dem 15. Februar wird die Kirche von Borschemich abgerissen.
Feier zum Abschluss der Umsiedlung
Im Herbst 2016 wird in Neu-Borschemich der Abschluss der Umsiedlung gefeiert.
Letzte Gebäude werden abgerissen
Während Teile der alten Ortslage bereits im Tagebau-Loch verschwunden sind, werden die letzten Gebäude von Alt-Borschemich abgerissen. Damit erinnert vor Ort nichts mehr an das alte Dorf.
2001
November 2001
Sommer 2002
2003-2004
17. März 2006
15. März 2007
2012
23. Januar 2014
Dezember 2013
10. Dezember 2014
3. Mai 2015
15. Februar 2016
10. September 2016
Sommer 2017

Alle Grafiken/Karten in der Zeitleiste: Stadt Erkelenz

2015
2000

Haus Paland

Das ehemalige Wasserschloss mitten in Borschemich war neben der Kirche das prägende Gebäude des Ortes. Das jetzige Gebäude, bestehend aus dem Haupthaus und der Vorburg, wurde um 1600 erbaut, nachdem das alte Gebäude im Achtzigjährigen Krieg zerstört wurde. Im Jahr 1837 wurde das Haus an die Familie Lörkens, in deren Besitz es bis 2014 war. Wilfried Lörkens war gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin der letzte Bewohner von Haus Paland. Im Sommer hat er das Anwesen an RWE verkaufen müssen, 2015 ist er nach Borschemich (neu) umgesiedelt.

vn_borschemich_paland_4_2015 2016
vn_borschemich_paland_4_2014 2014
Wenige Wochen nachdem Wilfried Lörkens 2015 aus Haus Paland ausgezogen sind, wurde die Bepflanzung gerodet und Haus Paland abgerissen.
2012
2015
2015
2012
2015
2013

Das neue Borschemich

Im Jahr 2001 hat die Bevölkerung von Borschemich über die Lage ihres neuen Ortes abgestimmt. Es wurde entschieden Borschemich (neu) nördlich von Erkelenz zu errichten.
Im Mai 2007 wurde das erste Haus im neuen Ort erbaut, im Mai 2015 wurde die neue Kapelle geweiht.
Insgesamt haben 55% Bewohner*innen an der gemeinsamen Umsiedlung teilgenommen.

Zwölf Dörfer werden für den Tagebau abgerissen

Fünf Dörfer wurden bereits komplett zerstört, von einem ist fast nichts mehr über und sechs weitere werden zur Zeit umgesiedelt. Zwei bis drei Einzelhöfe, die endgültige Abbaugrenze ist noch nicht ganz sicher, werden gegen Ende des Tagebaus umgesiedelt werden.

X

Holz (alt)
† 2008

X

Pesch (alt)
† 2014

X

Otzenrath (alt)
† 2007

X

Spenrath (alt)
† 2013

X

Borschemich (alt)
† 2017

X

Borschemich (alt)
† 2017

X

Keyenberg (alt)
† 2023

X

Lützerath (alt)
† 2020

X

Immerath (alt)
† 2020

X

Kuckum (alt)
† 2027

X

Unterwestrich (alt)
† 2027

X

Oberwestrich (alt)
† 2027

X

Berverath (alt)
† 2028

X

Immerather Mühle
† 2018

X

Immerather Dom
† 2018

X

Kirche Keyenberg
† 2023

X

Eggerather Hof
† 2030

X

Roitzerhof
† 2035

X

Weyerhof
† 2035

X

Otzenrath (neu)
* 2001

X

Spenrath (neu)
* 2001

X

Holz (neu)
* 2001

X

Immerath (neu)
* 2006

X

Keyenberg & Kuckum (neu)
* 2016

X

Borschemich (neu)
* 2006