• TAGEBAU GARZWEILER
    Der Braunkohletagebau Garzweiler der RWE Power AG besteht seit 1987 und wird noch bis 2045 aktiv bleiben. Im Bereich Garzweiler II werden bis dahin 12 Ortschaften und über 7000 Menschen umgesiedelt werden.

Ein kurzer Überblick über den Tagebau Garzweiler im Rheinland.

Der Braunkohletagebau Garzweiler ist ein Tagebau der RWE Power AG im rheinischen Braunkohlerevier in Nordrhein-Westfalen und wurde nach dem Dorf Garzweiler in der Gemeinde Jüchen (Rhein-Kreis Neuss) benannt. Das Dorf Garzweiler wurde vom Braunkohletagebau abgebaggert und ist heute – insbesondere im Umfeld der Umweltbewegung – ein Synonym für den Abbau von Braunkohle im Tagebau.
Der Abbau durch das RWE-Tochterunternehmen RWE Power AG erfolgte bisher im ersten von zwei geplanten Abschnitten Garzweiler I und II. Garzweiler I betrifft ein 66,0 km² großes Gebiet östlich der mittlerweile abgebaggerten Trasse der Autobahn A 44, das Abbaugebiet Garzweiler II betrifft das westlich der A 44 gelegene Gebiet und ist 18,0 km² kleiner als Garzweiler I. Am 31. März 1995 genehmigte die Landesregierung NRW den Braunkohleplan Garzweiler II. Am 18. Juni 2006 griffen die Schaufelradbagger auf das neue Gebiet über.
Der geplante Abbauzeitraum reicht von 2006 bis 2045.
Der Braunkohletagebau Garzweiler erfordert die Umsiedlung ganzer Ortschaften. Zwölf Dörfer und 7600 Bürger sind vom geplanten Garzweiler II betroffen.

Aufgrund des Widerstands der Bevölkerung wurde der geplante Tagebau Garzweiler II durch den Bergbautreibenden vorerst verkleinert: Ursprünglich war ein Flächenbedarf von 6800 ha vorgesehen, d. h. Abbaggerung bis zur A 46 bei Erkelenz und Hochneukirch, nunmehr werden noch 4800 ha beansprucht. Die Dörfer Wanlo, Venrath, Kaulhausen, Wockerath und Kückhoven werden somit vorerst nicht abgebaggert.

Nach Abbau der Braunkohle soll das verbleibende Restloch im westlichen Teil des Tagebaues zu einem See umgestaltet werden. Dieser stellt für die Tagebauindustrie eine kostengünstige Möglichkeit zur pflichtgemäßen Rekultivierung dar, da das Volumen der geförderten Rohstoffe fehlt, der Abraum nicht in großem Ausmaß neu bewegt werden muss und die Wirtschaftlichkeit des staatlich mit „Erhaltungssubventionen“ geförderten Bergbaus weiter gesenkt werden würde. Ab 2045 sollen circa 40 Jahre lang rund 60 Millionen Kubikmeter Wasser jährlich aus dem Rhein in das Loch geleitet werden. Dieser See wird bis zu 185 m tief sein, eine Fläche von 23 km² besitzen und eine Füllmenge von 2 Milliarden m³ Wasser aufweisen. Die Fläche des Sees wird fast so groß sein wie das Steinhuder Meer in Niedersachsen und bis zu 60mal so tief. Damit dieser geplante See nicht versauert, wird schon heute dem Abraum Kalk zugesetzt.
Immer wieder im Gespräch ist ebenfalls der geplante Bau eines Großflughafens im Bereich des (ca. 2035 wieder verfüllten) Abbaugebietes.